„Jetzt herrschet in der Kirche gar eine span-neue sing-art, aber ausschweiffig, gebrochen, täntzerlich, und gar im wenigsten andächtig…” Nicht alle waren begeistert vom frischen Wind, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der kurfürstlich sächsischen Residenzstadt Dresden wehte – dieser zeitgenössische Kommentar zeigt das deutlich. 1656 ordnete der neue Kurfürst Johann Georg II. das Musikleben neu, und er legte großen Wert darauf, dass an den entscheidenden Positionen nun Italiener tätig waren. Wohl der wichtigste von ihnen war Giuseppe Peranda, den der Kurfürst zum Kapellmeister ernannte. Gemeinsam mit seinem Kollegen Vincenzo Albrici etablierte er auch in der Sakralmusik den neuen Ton, geprägt von einer stärkeren Gewichtung des Melodischen und vor allem von einer bis dahin in der geistlichen Musik unbekannten rhythmischen Lebendigkeit. Die Basler Abendmusiken machen hörbar, was damals in Dresden für so viel Aufsehen sorgte.

Abendmusiken Basel
Soprano: Miriam Feuersinger (1, 2, 6, 9)
María Cristina Kiehr (1, 2, 8, 9)
Alto: Alex Potter (1, 2, 3, 5, 6, 8, 9)
Tenore: Raphael Höhn (1, 2, 9),
Jakob Pilgram (1, 2, 3, 5, 6, 8, 9)
Basso: Markus Flaig (1, 2, 5, 8, 9)
Cornetto: Bork-Frithjof Smith (1, 2, 3, 5, 6, 9)
Gebhard David (1, 2, 3, 5, 6, 9)
Trombona: Simen van Mechelen (1, 2, 6, 9)
Catherine Motuz (1, 2, 6, 9)
Joost Swinkels (1, 2, 6, 9)
Violino: Katharina Heutjer (1–4, 6–9)
Regula Keller (1–4, 6–9)
Viola: Katharina Bopp (1, 2, 6, 7, 9)
Viola da gamba: Brian Franklin (1, 2, 6, 7, 9)
Thomas Goetschel (1, 2, 7, 9)
Fagotto: Silke Gwendolyn Schulze (1, 2, 3, 5, 9)
Violone: Matthias Müller (1–9)
Tiorba: Julian Behr (1–9)
Cembalo: Christoph Anzböck (1–9)
Organo: Jörg-Andreas Bötticher (1–9)

Trackliste
1. Giuseppe Peranda (ca. 1625–1675)
Missa in a: Kyrie
5:22
2. Giuseppe Peranda
Missa in a: Gloria
10:56
3. Giuseppe Peranda
Repleti sunt omnes
5:14
4. Vincenzo Albrici (1631–1687)
Sinfonia à 2
6:23
5. Giuseppe Peranda
Accurite gentes
6:20
6. Giuseppe Peranda
Fasciculus myrrhae
11:38
7. David Pohle (1624–1695)
Sonata à 6
4:53
8. Giuseppe Peranda
Timor et tremor
12:45
9. Giuseppe Peranda
Factum est proelium
12:13
Gesamtspielzeit: 1:15:45
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