
Edition: Coviello Contemporary
Booklet: de / en
Medium: CD / HD Download
COV 92516
Mit „Gates“ präsentiert das Riot Ensemble ein fesselndes Statement zeitgenössischer Ensemblekunst. Das Album vereint Werke von Eric Skytterholm Egan, Eden Lonsdale, Kaija Saariaho und Bernhard Gander und erkundet das Spannungsfeld zwischen Ordnung und Chaos, Struktur und Exzess, historischer Referenz und radikaler Gegenwart. Als eines der international führenden Ensembles für neue Musik steht Riot für höchste Präzision, stilistische Offenheit und enge Zusammenarbeit mit Komponist:innen unserer Zeit. Mehrere Werke auf „Gates“ entstanden in direktem Austausch mit dem Ensemble oder wurden von ihm uraufgeführt.
Im Zentrum steht Egans „Privacy of Mind“ (2013), inspiriert von Flann O’Briens proto-postmodernem Roman „At Swim-Two-Birds“. Körperliche Klanggesten, perkussive Texturen und fragile barocke Anspielungen balancieren zwischen Stabilität und Zerfall. Eden Lonsdales „Tränen und Ozeane“ (2022) entfaltet dreiteilig rituelle Intensität, in der historische Klangspuren von Monteverdi bis zum mittelalterlichen Organum zeitlos wirken.
Kaija Saariahos „Gates“ aus ihrem Ballett „MAA“ eröffnet einen Raum schwebender Übergänge, in dem barocke Sonatenmodelle in fließende Klangfarben transformiert werden. Den Kontrapunkt bildet Bernhard Ganders „ö“ (2005): roh, physisch und inspiriert von der kompromisslosen Energie des Rock – strukturell dennoch dem barocken Prinzip des Exzesses verpflichtet.
„Gates“ ist ein Album über Grenzzustände: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Ritual und Körper, Kontrolle und Kontrollverlust. Das Riot Ensemble macht diese Spannung hörbar – analytisch scharf und zugleich unmittelbar erfahrbar.
| Gates | ||
| 1. |
Eden Lonsdale: Tränen und Ozeane |
15:12 |
| 2. | Eric Skytterholm Egan: privacy of mind | 11:53 |
| 3. |
Kaija Saariaho: Gates (from „Maa“) |
11:13 |
| 4. | Bernhard Gander: Ö | 7:44 |
| Gesamtspielzeit: | 46:02 | |
