In der Nachfolge des berühmten Frühbarockmeisters Heinrich Schütz öffnete sich die deutsche Musikwelt wieder stärker italienischen Einflüssen – als Musterbeispiel dafür kann der Stuttgarter Kapellmeister Samuel Capricornus gelten. Schütz‘ strenge Wortvertonung entwickelt er in Richtung einer flüssigen Deklamation und fast schon schwelgerischen Klangentfaltung weiter, die Raum für eine zuvor ungekannte sängerische und spieltechnische Virtuosität schafft. Klein besetzte Solomotetten und Geistliche Concerts mit eigenständigen Instrumenten inszeniert er als beständigen Wettstreit der Singstimme und des Begleitsatzes. Zugrunde liegen den Werken ganze Psalmen und ausgewählte Sprüche des Alten und Neuen Testamentes. Sie sind in einer Folge meist sehr kontrastreicher Abschnitte vertont, die prägnante Motive und feste Bassmodelle kombiniert. Mit leidenschaftlicher Virtuosität macht das Ensemble Capricornus in Werken seines Namensgebers – wie auch in denen seines italienischen Zeitgenossen Antonio Bertali – die große Affektwelt der barocken Oper zum kammermusikalischen Ereignis.

“Das nach ihm benannte Ensemble musiziert mit Enthusiasmus sehr klangschön. Lydia Teuscher und Philip Niederberger singen erfreulich unmaniriert und werden diesen Werken damit vollkommen gerecht.“
(Reinmar Emans in: FonoForum 12/2017)

„Das Capricornus Ensemble Stuttgart ist eine hochintensiv zusammenwirkende Formation von echten Könnern – ebenso namhaft wie stilerfahren… “
(Dr. Matthias Lange in: klassik.com, 27.9.2017)

Samuel Capricornus (1628-1665)
1. Jauchzet dem Herrn alle Welt 9:39
2. Sonata à 3 No. 2 7:31
3. Ich hab den Herrn allezeit für Augen 4:45
4. Gaudens daudebo domino 11:04
5. Laetare Jerusalem in domino 6:47
6. Deus docuisti me 10:04
7. Dixi Domino 6:59
Gesamtspielzeit: 56:49